19. August 2025
Der zunehmende Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an Effizienz und Nachhaltigkeit sowie die technologische Entwicklung in Bereichen wie der Automatisierung und der additiven Fertigung setzen das Bauwesen unter Handlungsdruck. Insbesondere im Massivbau stellt die Integration neuer Fertigungsmethoden eine große Chance dar – gleichzeitig aber auch eine Herausforderung, da bestehende Produktionsprozesse und Bauordnungen häufig auf Altbewährtes setzen und nicht auf innovative Technologien ausgerichtet sind.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt „Neue Fertigungsmethoden in der Massivbaupraxis“ das Ziel, praxisnahe und wirtschaftlich tragfähige Anwendungsfelder für neue Fertigungstechnologien im Massivbau zu identifizieren und zu erproben. Im Fokus steht dabei eine gezielte Automatisierung einzelner Teilprozesse, die sich realistisch in bestehende Produktionsabläufe integrieren lassen. Ein konkretes Beispiel ist die automatisierte Herstellung von Aussparungskörpern als verlorene Schalung, die besonders in standardisierten Fertigungsprozessen – etwa auf Kipptischen oder Umlaufanlagen – Effizienzgewinne verspricht.

Das Projekt konzentriert sich bewusst auf technisch umsetzbare Lösungen mit unmittelbarem Praxisnutzen und verfolgt einen schrittweisen Technologietransfer in die Baupraxis. Dazu zählt auch die Bewertung der Dauerhaftigkeit additiv gefertigter mineralischer Bauteilschichten sowie die Vorbereitung der bauordnungsrechtlichen Anerkennung durch Zustimmung im Einzelfall bzw. eine vorhabenbezogene Bauartgenehmigung.

Das Projekt wird vom CBI gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen Lupp Fertigteile, Echterhoff, Nesseler und HEITKAMP durchgeführt. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Institut für Massivbau der RWTH Aachen University.