8. September 2025

Die Anforderungen an modernes und nachhaltiges Bauen erfordern innovative Fassadenlösungen, die sowohl ressourcenschonend als auch wirtschaftlich und praxisnah einsetzbar sind. Neben der bereits bestehenden Carbon-Sandwichfassade von nesseler wird im Projekt eine weitere Carbonbetonfassade entwickelt, die durch einfache Montage, kostengünstige Materialien und hohe ökologische Verträglichkeit überzeugt und auch für weitere Einbausituationen (Neubau und Sanierung) bestens geeigent ist . Ziel ist es, relevante Fassadensysteme zu identifizieren und weiterzuentwickeln, die den Baustoff Carbonbeton – als Überbegriff für Beton mit nichtmetallischer Bewehrung – als tragendes und/oder optisches Element nutzen und damit die besonderen Materialeigenschaften nutzbar machen. Dadurch entsteht eine für Neubauten und die Sanierung von Bestandsgebäuden flexibel einsetzbare und individuell gestaltbare Fassadenfamilie.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines robusten und montagefreundlichen Fassadentyps, der die bestehende Sandwichfassade ergänzt und Planbarkeit sowie die Konformität mit aktuellen Regelwerken und Zulassungen sicherstellt.  Im Vorfeld wurden verschiedene Systeme wie hinterlüftete oder geklebte Fassaden aus Carbonbeton betrachtet. Hinsichtlich Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit Nachhaltigkeit sowie Flexibilität und Gestaltungsfreiheit wurde ein System mit einer vorgehängten hinterlüfteten Betonfassade als am geeignetsten identifiziert.  Besonderes Augenmerk liegt dabei auf großformatigen Fassadenelementen, die eine fugenarme Gestaltung ermöglichen und gleichzeitig für die Vorfertigung im Betonfertigteilwerk geeignet sind.

Darüber hinaus werden Planungs- und Ausführungsrichtlinien für den neuen Fassadentyp erarbeitet, einschließlich Standardlösungen für Eck-, Attika- und Sockelausbildungen sowie geeigneter Befestigungssysteme. Ergänzend wird eine umfassende ökologische und ökonomische Bewertung vorgenommen, die Material- und Arbeitskosten ebenso berücksichtigt wie den CO₂-Fußabdruck und die Montageeffizienz.

Das Projekt verfolgt damit einen klaren Praxisansatz: Neben der technischen Machbarkeit und bauordnungsrechtlichen Sicherheit steht die Schaffung einer nachhaltigen, wirtschaftlich tragfähigen und gestalterisch flexiblen Fassadenlösung im Vordergrund.

Das Projekt wird gemeinsam mit den CBI-Mitgliedsunternehmen nesseler und Leviat durchgeführt. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt der Lehrstuhl und das Institut für Massivbau der RWTH Aachen University.